Das Berufsbild des Locationscouts

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Die Arbeit des Locationscouts beim Film

Die Fähigkeit sich in die Stimmung einer Geschichte zu versetzen, die Aussage eines Films über entsprechende Orte zu transportieren und dadurch den Stil eines Filmprojekts mit zu entwickeln zeichnet den Locationscout aus.

Motivsuche
Am Anfang eines Films gibt es ein Buch, eine Romanvorlage oder wahre Geschichte und einen Produzenten. Für die Entwicklung einer Drehbuchfassung aus der Vorlage kann der Drehbuchautor auf Ortsrecherchen und Archivmaterial des Locationscouts zugreifen, sowie bei einer gemeinsamen Besichtigung die Charakteristika der Orte für die Filmhandlung festlegen.

Locationsuche
Auf Basis eines Drehbuchs oder Storyboards entstehen im Gespräch mit Szenenbildner, Regisseur und Kameramann Ideen für die Motive. Durch Referenzbilder, Recherchematerial und Bilder aus dem Archiv des Locationscouts wird der Charakter der Motive herausgearbeitet. Daraufhin wird eine Motivliste zusammengestellt, die dann Vorlage für das Suchen der Locations ist. Die zu findenden Locations müssen sich als Drehort für die Umsetzung der einzelnen Szenen eignen. Das Finden der möglichen Drehorte geschieht durch systematische Recherche mit anschließender Präsentation der gefundenen Locations.

Produktionsdurchführung
Für jeden Ort gibt es einen Motivgeber. Voraussetzung dafür, einen Ort als potenziellen Produktionsort vorzuschlagen, ist das Herausfinden des verantwortlichen Motivgebers und sein Einverständnis Filmarbeiten dort durchzuführen. Mithilfe von Fotos der jeweiligen Locations werden die Orte dem Regisseur präsentiert. Hierbei werden mögliche Produktionsorte ausgewählt, die bei einer folgenden Motivtour besichtigt werden. In Zusammenarbeit mit dem Szenenbildner wird vor Ort die filmische Umsetzung präsentiert. Die vorgeschlagenen Orte müssen sowohl künstlerisch als auch logistisch einer Überprüfung standhalten.

Bei Filmen mit besonders vielen Motiven oder mit einem sehr schwer zu findenden Drehort müssen oftmals mehrere Locationscouts parallel arbeiten, um die bestmögliche Location zu finden. Ist eine Location als Drehort festgelegt worden, übergibt der Locationscout die Kontaktdaten und den Gesprächs-stand an die Produktion und sagt die verworfenen Locations ab.

 

Die Arbeit des Locationscouts bei einer Fotoproduktion

Motivsuche
Am Anfang einer Fotoproduktion steht die Bildidee einer Werbeagentur oder eines Fotografen, oftmals illustriert durch Zeichnung oder Fotomontage.

Locationsuche
Auf Basis der Illustration entstehen im Gespräch mit dem Fotografen Ideen für das Motiv. Durch Referenzbilder, Recherchematerial und Bilder aus dem Archiv des Locationscouts wird der Charakter des Motivs herausgearbeitet. Das Finden des möglichen Aufnahmeorts geschieht durch systematische Recherche mit anschließender Präsentation der gefundenen Locations.

Produktionsdurchführung
Genau wie beim Film verhandelt der Locationscout mit dem Motivgeber die Konditionen vor und prüft die Logistik am Ort. Ist eine Location ausgewählt, sagt der Locationscout die nicht mehr in Frage kommenden Locations ab. Oftmals führt der Locationscout auch eine Produktionsbetreuung durch. Dabei übernimmt er alle Aufgaben, die dem Fotografen das Arbeiten vor Ort ermöglichen. Zu diesen Aufgaben gehören mitunter Reiseorganisation, Buchung von Personal vor Ort, Organisation von Catering und Aufenthaltsräumen.

 

Zeitlicher Ablauf der Arbeit eines Locationscouts

  • Drehbuch oder Storyboard lesen
  • Motivliste schreiben
  • Auflistung aller Motive mit Pensum, außen/innen, Tag/Nacht und Bildnummern, Aufteilung der Motive in Hauptmotive (mindestens ein Drehtag) und Drehplanmotive (weniger als ein Drehtag)

  • Gespräch mit Szenenbildner oder Fotograf
  • visuelles Konzept, Besetzung und Charakterisierung der Rollen, Ideen für die Motive

  • Gespräch mit Produktionsleiter
  • geplanter zeitlicher und finanzieller Aufwand der Motivsuche, Einschätzung der erwarteten Motivmieten, räumliche Eingrenzung der Suche anhand von Logistik und Fördergebieten

  • Recherche in Archiv, Internet und Büchern
  • Gespräch mit Szenenbildner, Regisseur und ggf. Kameramann
  • erstes Sichten nicht angefragter Motive (so genannte moods) um sicherzugehen, dass alle sich in der Bildsprache des Films oder Fotos einig sind

  • Finden, Fotografieren und Anfragen möglicher Locations für die Hauptmotive
  • Je nach Location durch Telefonrecherche und Suche im Archiv, im Internet, in Büchern, durch Herumfahren oder Herumfliegen

  • Präsentation vor Szenenbildner, Regisseur und ggf. Kameramann, Produktionsleiter oder Fotograf
  • Auswahl der Locations für die Motivtour anhand der Fotos und der Beschreibungen des Locationscouts

  • Motivtour
  • Organisation einer Besichtigungstour durch Locationscout und Aufnahmeleiter, anschließende Festlegung der Produktionsorte durch Regisseur oder Fotograf

  • Nachscouten von Locations für Hauptmotive, Scouten von Drehplanmotiven
  • erneute Präsentation vor Szenenbildner, Regisseur und ggf. Kameramann, Produktionsleiter oder Fotograf
  • Übergabe der Kontakte und des Gesprächsstandes der abgenommenen Locations an die Produktion
  • Absagen der abgelehnten Motive

Kriterien für eine geeignete Location
Location verfügt über alle aus dem Drehbuch oder Storyboard hervorgehenden Eigenschaften· Fehlende Eigenschaften lassen sich mit Dekorationen herstellen· Motivgeber ist bereit die Location zum Produktionszeitraum zu vermieten· Produktion und Motivgeber können sich auf eine Motivmiete einigen · Location muss filmtechnischen Anforderungen genügen· Logistik und Sicherheit können an der Location gewährleistet werden· Location kann in vertragsgemäßem Zustand zurückgegeben werden

Kriterien für gute Locationfotos
Locationfotos sind Entscheidungsgrundlage, Charakter der Location muss transportiert werden· scharfe, richtig belichtete Aufnahmen. Nach Möglichkeit kein Blitz, kein Bildrauschen· ähnliches Seitenverhältnis wie Endprodukt, bei Film nur Querformat· Totalen außen und innen aus allen Richtungen· Räumliche Verbindungen sollten zu sehen sein· Wenn nötig zusätzlich Details von Materialien und Oberflächen· Blicke, die sich aus Drehbuch oder Storyboard ergeben, mögliche Kameraeinstellungen

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